Zwischenkredit
Kurzfristiges Darlehen, das Finanzierungslücken bis zur endgültigen Lösung schließt
Ein Zwischenkredit – manchmal auch Überbrückungskredit genannt – ist ein befristetes Darlehen, das eine zeitliche Lücke zwischen einem aktuellen Finanzierungsbedarf und einer späteren, gesicherten Geldquelle schließt. Er kommt zum Einsatz, wenn die endgültige Finanzierung noch nicht verfügbar ist, das Handeln aber nicht warten kann. Typisch ist eine Laufzeit von wenigen Monaten bis zu drei Jahren, und die Rückzahlung erfolgt in der Regel in einer Summe am Laufzeitende.
Wann ein Zwischenkredit sinnvoll sein kann
Der häufigste Anlass ist der klassische Zeitversatz zwischen zwei Immobilientransaktionen: Sie haben eine neue Immobilie gefunden und möchten kaufen, bevor Ihre bisherige Immobilie verkauft ist. Der Kaufpreis der neuen Immobilie wird dann zwischenfinanziert, bis der Verkaufserlös der alten tatsächlich auf dem Konto eingeht. Im Raum Grasberg und dem Landkreis Osterholz ist diese Situation nicht selten – Resthöfe oder gut geschnittene Einfamilienhäuser in Pendlerlagen nach Bremen sind oft schnell vom Markt, und wer abwarten will, riskiert, das Objekt zu verlieren.
Ein zweiter typischer Anwendungsfall ist die Bausparvorfinanzierung. Hat jemand einen Bausparvertrag laufen, der noch nicht zur Zuteilung bereit ist, kann ein Zwischenkredit die Wartezeit von zwei bis fünf Jahren überbrücken. Die Sparraten in den Bausparvertrag laufen dabei parallel weiter; der Kredit wird mit der Zuteilungssumme abgelöst.
Konditionen und Kosten im Überblick
Zwischenkredite sind teurer als klassische Baufinanzierungen. Banken verlangen einen Risikoaufschlag, weil die Rückzahlung von einem künftigen Ereignis abhängt, das nicht vollständig in ihrer Hand liegt. Der Zinssatz liegt in der Regel spürbar über dem üblichen Niveau für langfristige Immobiliendarlehen. Hinzu kommt, dass viele Zwischenkredite variabel verzinst sind – Zinsschwankungen am Markt wirken sich also direkt auf die Belastung aus.
Die Tilgung erfolgt endfällig: Während der Laufzeit zahlen Sie nur Zinsen, die gesamte Kreditsumme wird erst am Ende zurückgeführt. Als Sicherheiten dienen in der Regel eine Grundschuld auf die betreffende Immobilie oder die Abtretung von Ansprüchen aus dem Bausparvertrag beziehungsweise dem erwarteten Verkaufserlös.
Risiken, die Sie kennen sollten
Die größte Gefahr ist die Doppelbelastung: Wer bereits eine laufende Immobilie finanziert und gleichzeitig Zwischenkreditzinsen zahlt, trägt monatlich erhebliche Kosten – und das ohne Tilgungsfortschritt auf dem Zwischenkredit. Verzögert sich der Hausverkauf, etwa weil kein passender Käufer gefunden wird oder der erzielbare Preis niedriger ausfällt als geplant, verlängert sich diese Belastungsphase entsprechend.
Bei variabler Verzinsung kommt das Zinsänderungsrisiko hinzu: Steigen die Marktzinsen während der Laufzeit, steigen auch die monatlichen Zinszahlungen. Wer hier keine ausreichenden Reserven eingeplant hat, gerät schnell unter Druck.
Alternativen und Vertragsgestaltung
Bevor Sie einen Zwischenkredit abschließen, lohnt ein Blick auf die Alternativen. Wer zuerst verkauft und dann kauft, umgeht die Doppelbelastung vollständig – nimmt dafür aber in Kauf, das Wunschobjekt zu verlieren, wenn der Markt nicht mitspielt. Eine Kombination aus klassischem Bankdarlehen und Bauspardarlehen kann in manchen Fällen eine klarere und günstigere Struktur bieten als die Vorfinanzierung über einen Zwischenkredit.
Wenn ein Zwischenkredit die richtige Lösung ist, sollte die Laufzeit so kurz wie möglich gewählt werden – mit einem realistischen Zeitpuffer von mindestens sechs Monaten gegenüber dem erwarteten Ablösungsereignis. Wichtig ist außerdem, ein Sondertilgungsrecht zu vereinbaren und darauf zu bestehen, dass bei vorzeitiger Rückzahlung keine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. So behalten Sie Flexibilität, wenn der Verkauf schneller klappt als erwartet oder die Bausparzuteilung früher kommt.
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