Immobilien-ABC

Baunebenkosten

Was ein Neubau wirklich kostet – und warum die Nebenkosten oft unterschätzt werden

Wer ein Haus baut, rechnet zunächst mit den Baukosten im eigentlichen Sinne – also mit dem, was Rohbau, Ausbau und Haustechnik kosten. Doch daneben entstehen weitere Aufwendungen, die sich in der Summe auf 15 bis 20 Prozent der reinen Baukosten belaufen können. Diese sogenannten Baunebenkosten umfassen alles von der Planung über die Baugenehmigung bis hin zu Versicherungen und Finanzierungsnebenkosten. In der DIN 276 werden sie systematisch unter der Kostengruppe 700 erfasst.

Planungs- und Gutachterkosten

Den größten Posten innerhalb der Baunebenkosten bildet in der Regel das Architektenhonorar. Es richtet sich nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) und bewegt sich je nach Leistungsumfang typischerweise im Bereich von 10 bis 15 Prozent der anrechenbaren Baukosten. Hinzu kommen Leistungen eines Statikers oder Tragwerksplaners sowie von Fachplanern für Heizung, Sanitär und Elektro.

Besonders im Teufelsmoor-Gebiet rund um Grasberg und Worpswede ist ein Bodengutachten keine optionale Ausgabe, sondern eine Notwendigkeit: Moor- und Marschböden mit hohen Grundwasserständen können die Anforderungen an Gründung, Abdichtung und Drainage erheblich erhöhen und damit erhebliche Mehrkosten gegenüber einem Standort mit gewachsenem Boden verursachen. Ein Bodengutachten, das diese Verhältnisse belastbar dokumentiert, kostet in der Regel zwischen 500 und 2.000 Euro – und kann Ihnen teure Überraschungen auf der Baustelle ersparen. Auch die Vermessung des Grundstücks gehört zu den Planungsnebenkosten und schlägt mit etwa 1.000 bis 3.000 Euro zu Buche.

Genehmigungs- und Prüfkosten

Die Baugenehmigung selbst ist gebührenpflichtig – üblicherweise im Bereich von 0,2 bis 0,5 Prozent der Bausumme. In der Region ist die Bauaufsicht des Landkreises Osterholz (Sitz Osterholz-Scharmbeck) zuständig, sofern das Vorhaben im Landkreisgebiet liegt. Je nach Gebäudeklasse kann eine Prüfung der Statik hinzukommen. Je nach Vorhaben kommen Abnahmen durch Schornsteinfeger oder Energieberater sowie gegebenenfalls eine unabhängige Baubegleitung zur Qualitätssicherung hinzu – letztere wird bei komplexeren Projekten zunehmend als sinnvolle Investition betrachtet.

Finanzierungsnebenkosten

Auch die Finanzierung selbst erzeugt Nebenkosten, die in der Budgetplanung nicht fehlen dürfen. Bereitstellungszinsen fallen an, wenn das Darlehen nicht sofort vollständig abgerufen wird – was beim Bauen in Abrufraten der Regelfall ist. Hinzu kommen Notarkosten für die Grundschuldbestellung sowie die Eintragungsgebühren beim Grundbuchamt; im Landkreis Osterholz ist das Grundbuchamt Osterholz-Scharmbeck zuständig. Diese Kosten lassen sich grob schätzen, variieren aber je nach Darlehenssumme und konkreter Vertragsgestaltung.

Baustellenbetrieb und Außenanlagen

Während der Bauphase entstehen weitere laufende Kosten: Baustrom und Bauwasser müssen provisorisch bereitgestellt werden, eine Bauherrenhaftpflicht sowie eine Bauleistungsversicherung sind für die Absicherung gegen typische Baurisiken zu empfehlen. Die Baustelleneinrichtung – Bauzaun, Container, Sanitäranlagen – wird oft pauschal verrechnet, aber selten explizit einkalkuliert.

Sofern ein Grundstück noch nicht vollständig erschlossen ist, kommen Erschließungskosten für Strom, Wasser, Abwasser und Straßenanbindung hinzu. Und auch die Außenanlagen – Garten, Terrasse, Einfahrt – fehlen häufig im ersten Kostenrahmen, obwohl sie am Ende ein Gebäude erst nutzbar machen. Diese Position kann je nach Grundstücksgröße und Gestaltungswunsch einen erheblichen Betrag ausmachen und sollte von Anfang an realistisch eingeplant werden.

Verwandte Begriffe
Kostenlose Marktpreisanalyse

Was ist Ihre Immobilie wert?

In wenigen Minuten online, unverbindlich und kostenfrei.

Jetzt Wert ermitteln →
Ihr direkter Draht

Fragen zu Ihrer Immobilie?

Kostenlose Ersteinschätzung, persönliche Beratung, diskrete Abwicklung.