Immobilien-ABC

Darlehen

Wie ein Immobiliendarlehen funktioniert – von Darlehensarten über Konditionen bis zur Absicherung

Ein Darlehen ist ein Vertrag, bei dem ein Kreditgeber einem Kreditnehmer eine bestimmte Geldsumme überlässt, die dieser nach vereinbarten Bedingungen verzinst und in Raten zurückzahlt. Bei der Immobilienfinanzierung wird das Darlehen regelmäßig durch ein Grundpfandrecht – meist eine Grundschuld – am finanzierten Grundstück besichert. Für die meisten Käuferinnen und Käufer ist das Darlehen damit der zentrale Baustein auf dem Weg zur eigenen Immobilie. Welche Konditionen Sie erhalten, hängt im Wesentlichen vom vorhandenen Eigenkapital, Ihrer Bonität und der gewählten Zinsbindung ab.

Welche Darlehensarten gibt es?

Die in der Praxis verbreitetste Form ist das Annuitätendarlehen: Die monatliche Rate bleibt über die gesamte Zinsbindungsphase konstant, verschiebt sich innerhalb dieser Laufzeit jedoch in ihrer Zusammensetzung – der Zinsanteil sinkt mit fortschreitender Tilgung, der Tilgungsanteil steigt entsprechend. Die Zinsbindung lässt sich dabei in der Regel zwischen fünf und dreißig Jahren frei wählen.

Beim Volltilgerdarlehen ist die Laufzeit von Anfang an so kalkuliert, dass das Darlehen am Ende der Zinsbindungsphase vollständig getilgt ist. Das schafft Planungssicherheit, macht aber eine höhere monatliche Rate erforderlich.

Endfällige Darlehen sehen während der Laufzeit ausschließlich Zinszahlungen vor; die eigentliche Tilgung erfolgt am Ende in einer Summe, häufig gespeist aus einem parallel angesparten Finanzprodukt. Für die Vorfinanzierung oder die Zinssicherung bei absehbarem Finanzierungsbedarf steht das Forward-Darlehen zur Verfügung: Es sichert die heutigen Zinskonditionen für eine Finanzierung, die erst in bis zu fünf Jahren benötigt wird. Möglich ist auch die Kombination mehrerer Darlehensarten, etwa um unterschiedliche Zinsbindungshorizonte zu staffeln.

Konditionen, Kosten und Tilgung

Beim Vergleich von Angeboten ist der Effektivzins aussagekräftiger als der reine Sollzins, weil er sämtliche Kosten – etwa Kontoführungsgebühren – einbezieht. Der gewählte Anfangstilgungssatz bestimmt, wie schnell Sie das Darlehen abtragen: Eine höhere Tilgung verkürzt die Gesamtlaufzeit und reduziert die aufgelaufenen Zinskosten, erhöht jedoch die monatliche Belastung spürbar.

Viele Darlehensverträge räumen das Recht auf Sondertilgungen ein, mit denen Sie außerplanmäßig zurückzahlen können – üblich sind fünf bis zehn Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme pro Jahr ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Wer neu baut oder umfangreich saniert, sollte zudem Bereitstellungszinsen einkalkulieren: Wird die Darlehenssumme nur schrittweise abgerufen, berechnen Banken auf den noch nicht ausgezahlten Teil in der Regel einen monatlichen Zins. Auch die Kaufnebenkosten – Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls Maklerprovision – müssen in der Finanzierungsplanung berücksichtigt sein; sie sind selten über das Darlehen gedeckt.

Sicherheiten und Beleihung

Das Immobiliendarlehen wird durch eine Grundschuld oder seltener durch eine Hypothek am Grundstück besichert. Damit erhält die Bank das Recht, im Zahlungsausfall die Zwangsversteigerung zu betreiben. Der Beleihungswert, den das Kreditinstitut intern ermittelt, liegt üblicherweise unter dem tatsächlichen Verkehrswert, weil Banken dabei konservativ vorgehen und nachhaltige Wertentwicklungen zugrunde legen. Finanziert wird in der Regel bis zu einer Beleihungsgrenze von sechzig bis achtzig Prozent dieses Werts.

Je mehr Eigenkapital Sie einbringen, desto günstiger fallen die Konditionen aus. Als Orientierung gilt ein Eigenkapitalanteil von etwa zwanzig bis dreißig Prozent des Kaufpreises zuzüglich Nebenkosten. Vollfinanzierungen ohne oder mit sehr geringem Eigenkapital sind möglich, gehen aber regelmäßig mit spürbaren Zinsaufschlägen einher. Ergänzende Sicherheiten wie Bürgschaften oder abgetretene Lebensversicherungen können die Konditionen in solchen Fällen verbessern.

Im Raum Grasberg und dem Landkreis Osterholz kommt bei Neubauvorhaben ein regionaler Faktor hinzu, den Banken bei der Beleihungswertermittlung zunehmend berücksichtigen: Die Moor- und Marschböden der Teufelsmoor-Region, etwa rund um Worpswede, stellen besondere Anforderungen an Gründung, Abdichtung und Drainage. Ein Bodengutachten ist hier keine Option, sondern eine Notwendigkeit – es beeinflusst den Beleihungswert und damit unmittelbar den Finanzierungsrahmen.

Absicherung und staatliche Förderung

Ob eine Restschuldversicherung sinnvoll ist, die das Darlehen bei Tod, Berufsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit absichert, sollten Sie individuell prüfen. Für viele Kreditnehmer ist eine separate Risikolebensversicherung kostengünstiger und transparenter. Die Wahl der Zinsbindungsdauer sollte zur eigenen Risikobereitschaft passen: Eine lange Bindung schützt vor steigenden Zinsen, eine kurze lässt mehr Flexibilität – schließt aber das Zinsrisiko bei der Anschlussfinanzierung ein, auf die man sich rechtzeitig vorbereiten sollte.

Staatliche Förderprogramme von KfW oder BAFA sowie niedersächsische Landesprogramme können die Finanzierungskosten bei energieeffizientem Bauen und Sanieren, für Familien oder in bestimmten Gebieten erheblich senken. Wichtig: Entsprechende Förderanträge müssen in der Regel vor Beginn des Vorhabens gestellt werden. Eine unabhängige Finanzierungsberatung lohnt sich, um die jeweils aktuellen Programme zu kennen und optimal zu kombinieren.

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