Immobilien-ABC

Bauleistungsversicherung

Schutz für das entstehende Bauwerk gegen unvorhergesehene Schäden während der gesamten Bauzeit

Die Bauleistungsversicherung sichert ein Gebäude in der Bauphase gegen Schäden ab, die unerwartet und von außen einwirken – oder durch Fehler im Bauprozess selbst entstehen. Sie schützt sowohl das Bauwerk als auch bereits fest eingebaute Materialien und Bauteile. Die Versicherung greift vom ersten Spatenstich bis zur förmlichen Abnahme des Gebäudes; danach übernehmen Gebäude- und Gewährleistungsansprüche die weitere Absicherung.

Was die Versicherung abdeckt

Versichert sind Schäden, die sich im normalen Bauablauf nicht einkalkulieren lassen. Dazu gehören Elementarereignisse wie Sturm, Hagel, Überschwemmung oder Erdrutsch ebenso wie Vandalismus und der Diebstahl fest eingebauter Bauteile. Auch Schäden durch Ungeschicklichkeit auf der Baustelle oder durch Konstruktions- und Ausführungsfehler sind in der Regel mitversichert. Ein oft übersehener Punkt: Unbekannte oder unerwartete Eigenschaften des Baugrunds können ebenfalls als versichertes Risiko gelten.

Gerade im Raum Grasberg, Worpswede und dem Teufelsmoor ist dieser letzte Punkt von besonderer Bedeutung. Moor- und Marschböden mit hohem Grundwasserstand können selbst bei sorgfältiger Voruntersuchung Überraschungen bereithalten. Setzt sich ein Fundament ungleichmäßig, entstehen Risse oder Schäden an der Rohbaukonstruktion, die ohne entsprechenden Versicherungsschutz vollständig vom Bauherrn zu tragen wären.

Was nicht versichert ist

Genauso wichtig wie der Leistungsumfang ist das Wissen um die Ausschlüsse. Gewöhnliche Witterungseinflüsse – etwa Regenwasser, das in einen noch nicht überdachten Rohbau eindringt – sind kein Versicherungsfall, weil sie zum üblichen Baurisiko zählen. Vorsätzlich herbeigeführte Schäden durch den Versicherungsnehmer selbst sind ebenso ausgeschlossen wie reine Nachbesserungskosten für Mängel, hinter denen kein eigenständiger Schaden steht. Planungs- und Kalkulationsfehler ohne konkrete Sachschadenfolge sowie der Diebstahl von Werkzeug und losem Baumaterial fallen ebenfalls nicht unter den Schutz der Bauleistungsversicherung.

Kosten und Versicherungssumme

Die Prämie wird als einmalige Zahlung für die gesamte Bauzeit fällig und orientiert sich an der Bausumme. Selbstbeteiligungen je Schadensfall sind branchenüblich. Wichtig ist, die Versicherungssumme realistisch anzusetzen: Liegt sie unter den tatsächlichen Baukosten, erstattet die Versicherung im Schadensfall nur anteilig. Wer die Bausumme im Laufe des Projekts erhöht, sollte die Police entsprechend anpassen.

Wer die Versicherung abschließt

In der Regel ist der Bauherr der Versicherungsnehmer, bei Generalunternehmerverträgen kann diese Rolle auch beim Unternehmer liegen. Der Abschluss sollte zwingend vor Baubeginn erfolgen – nachträglich lassen sich Schäden, die bereits eingetreten sind, nicht mehr einbeziehen. In der Praxis wird die Bauleistungsversicherung häufig zusammen mit einer Bauherrenhaftpflicht vereinbart, da beide Versicherungen unterschiedliche Risiken desselben Bauprojekts abdecken und sich sinnvoll ergänzen. Schäden sollten im Schadensfall umgehend und gut dokumentiert gemeldet werden.

Kostenlose Marktpreisanalyse

Was ist Ihre Immobilie wert?

In wenigen Minuten online, unverbindlich und kostenfrei.

Jetzt Wert ermitteln →
Ihr direkter Draht

Fragen zu Ihrer Immobilie?

Kostenlose Ersteinschätzung, persönliche Beratung, diskrete Abwicklung.