Immobilien-ABC

Fremdkapital

Geliehenes Geld für den Immobilienkauf – Formen, Konditionen und Risiken im Überblick

Wer eine Immobilie kauft oder baut, finanziert den Kaufpreis in der Regel nicht vollständig aus eigenen Mitteln. Als Fremdkapital bezeichnet man alle geliehenen Geldmittel, die für diesen Zweck eingesetzt werden – also etwa Bankdarlehen, Bauspardarlehen oder öffentliche Förderkredite. Diese Mittel sind verzinslich und müssen innerhalb einer vereinbarten Laufzeit vollständig zurückgezahlt werden. Die Kosten und Risiken dieser Finanzierungsform hängen stark davon ab, wie das Darlehen strukturiert, gesichert und zur eigenen wirtschaftlichen Situation passend ausgewählt wird.

Welche Formen von Fremdkapital gibt es?

Das klassische Bankdarlehen ist nach wie vor die verbreitetste Finanzierungsform beim Immobilienerwerb. Dabei wird die Darlehenssumme in der Regel durch eine erstrangige Grundschuld im Grundbuch abgesichert – eingetragen beim zuständigen Grundbuchamt, im Landkreis Osterholz also beim Grundbuchamt Osterholz-Scharmbeck. Am häufigsten wird das sogenannte Annuitätendarlehen gewählt, bei dem die monatliche Rate über die gesamte Zinsbindung konstant bleibt. Alternativ gibt es Volltilgerdarlehen, bei denen die Schulden bis zum Ende der Zinsbindung vollständig getilgt sind, sowie variabel verzinsliche Darlehen, deren Zinssatz sich an einem Referenzzinssatz orientiert und sich daher verändern kann.

Bauspardarlehen funktionieren zweistufig: Zunächst wird über eine Ansparphase ein Mindestguthaben aufgebaut, danach wird das Darlehen zu einem vorab festgelegten Zinssatz ausgezahlt. Das kann interessant sein, wenn man mittelfristig mit steigenden Zinsen rechnet.

Ergänzend lohnt ein Blick auf Förderprogramme: Die KfW-Bank bietet zinsgünstige Darlehen für energieeffizientes Bauen und Sanieren an. Gerade in der Region um Grasberg und im Landkreis Osterholz, wo ältere Reetdachhäuser und sanierungsbedürftige Resthöfe zum Bestand gehören, können solche Programme bei einer energetischen Modernisierung eine sinnvolle Ergänzung zum Bankdarlehen sein.

Beleihung: Wie Banken den Wert einer Immobilie einschätzen

Grundlage für die Kreditentscheidung ist der sogenannte Beleihungswert – eine vorsichtige, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Bewertung der Immobilie, die in der Regel unter dem aktuellen Marktwert liegt. Darlehen bis zu 60 Prozent dieses Beleihungswerts werden von Banken zu den günstigsten Konditionen vergeben. Liegt die Finanzierung deutlich darüber – etwa über 80 Prozent –, steigen die Zinsaufschläge merklich. Eine Vollfinanzierung ohne nennenswerten Eigenkapitaleinsatz ist zwar möglich, aber teuer und mit erhöhten Risiken verbunden.

Neben dem Beleihungswert fließt auch die persönliche Bonität des Kreditnehmers in den angebotenen Zinssatz ein. Für einen belastbaren Vergleich verschiedener Angebote ist der Effektivzins maßgeblich, da er neben dem Nominalzins auch weitere Kosten berücksichtigt. Eine Zinsbindung von zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren bietet mehr Planungssicherheit, ist aber in der Regel mit einem leichten Aufschlag gegenüber kürzeren Laufzeiten verbunden.

Kosten und Tragfähigkeit realistisch einschätzen

Die Zinskosten über die gesamte Laufzeit können erheblich sein – besonders bei langen Laufzeiten und hohem Fremdkapitalanteil. Eine höhere Anfangstilgung verkürzt die Laufzeit und senkt die Gesamtzinsbelastung spürbar. Hinzu kommen einmalige Nebenkosten wie die Grundschuldbestellung beim Notar sowie möglicherweise Bereitstellungszinsen, wenn das Darlehen nicht sofort vollständig abgerufen wird.

Ob eine Finanzierung dauerhaft tragfähig ist, lässt sich durch eine nüchterne Haushaltsrechnung einschätzen: Stehen den monatlichen Einnahmen alle festen und variablen Ausgaben gegenüber, sollte die Kreditrate idealerweise nicht mehr als 30 bis 40 Prozent des Nettoeinkommens beanspruchen. Ein finanzieller Puffer für unvorhergesehene Ausgaben – etwa eine notwendige Reparatur am Dach oder an der Heizung – sollte dabei eingeplant bleiben und nicht durch die Kreditrate aufgezehrt werden.

Risiken kennen und gezielt absichern

Das Zinsänderungsrisiko tritt auf, wenn nach Ablauf der Zinsbindung eine Anschlussfinanzierung zu einem höheren Zinsniveau abgeschlossen werden muss. Ein Forward-Darlehen, das den heutigen Zins für eine künftige Prolongation sichert, kann hier Abhilfe schaffen. Wer ein Volltilgerdarlehen wählt, umgeht dieses Risiko ganz.

Darüber hinaus sollte das Risiko eines Einkommensausfalls nicht unterschätzt werden. Eine Risikolebensversicherung, deren Versicherungssumme dem Restdarlehensbetrag entspricht, schützt Hinterbliebene vor dem Verlust der Immobilie. Bei einer Vollfinanzierung kommt das Überschuldungsrisiko hinzu: Sinkt der Immobilienwert, kann die Restschuld den Verkaufserlös übersteigen – ein Szenario, das sich durch einen soliden Eigenkapitaleinsatz von in der Regel 20 bis 30 Prozent deutlich entschärfen lässt.

Gut vorbereitet in die Finanzierung

Ein Vergleich mehrerer Kreditangebote lohnt sich in jedem Fall. Unabhängige Finanzierungsvermittler können dabei helfen, Konditionen verschiedener Banken gegenüberzustellen, ohne dass dafür in der Regel Kosten anfallen. Sinnvoll ist auch die Kombination verschiedener Bausteine: etwa ein KfW-Förderdarlehen ergänzt durch ein klassisches Bankdarlehen mit unterschiedlichen Zinsbindungen.

Vor dem ersten Bankgespräch empfiehlt es sich, die eigene Bonität zu prüfen, alle Einnahmen und Ausgaben sorgfältig aufzulisten und das verfügbare Eigenkapital realistisch zu ermitteln. Wer vorbereitet in die Verhandlung geht, hat erfahrungsgemäß die besseren Karten – unabhängig davon, ob er im Landkreis Osterholz, im Landkreis Verden oder direkt im Stadtgebiet Bremen kauft.

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