Immobilien-ABC

Bonität

Kreditwürdigkeit als Schlüssel zur Immobilienfinanzierung – was Banken prüfen und worauf es ankommt

Bonität beschreibt, ob und in welchem Maß eine Person ihren finanziellen Verpflichtungen zuverlässig nachkommen kann. Banken bewerten sie, bevor sie einen Immobilienkredit vergeben – und das Ergebnis dieser Prüfung entscheidet nicht nur darüber, ob ein Darlehen genehmigt wird, sondern auch zu welchem Zinssatz. Wer gut dasteht, zahlt weniger für sein Geld.

Was Banken genau unter die Lupe nehmen

Im Mittelpunkt der Bonitätsprüfung steht zunächst das Einkommen: Wie hoch ist es, kommt es regelmäßig und wie sicher ist die Einkommensquelle? Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis wird anders bewertet als eine Selbstständigkeit mit schwankenden Umsätzen. Ergänzend schauen Kreditinstitute auf vorhandenes Vermögen – also Eigenkapital, Wertpapiere oder weitere Immobilien – sowie auf bestehende finanzielle Belastungen wie laufende Ratenkredite, Unterhaltspflichten oder regelmäßige Ausgaben. Das Verhältnis von Einnahmen zu Ausgaben muss deutlich zeigen, dass nach Abzug aller Kosten noch ausreichend Spielraum für die neue Kreditrate bleibt.

Im Raum Osterholz und dem Bremer Umland sind Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Das bedeutet, dass auch die benötigten Darlehenssummen gewachsen sind – und damit die Anforderungen an eine solide Bonität entsprechend gestiegen sind.

Der Schufa-Score und weitere Auskunfteien

Neben den eigenen Unterlagen des Antragstellers fließt stets eine Abfrage bei Auskunfteien in die Bewertung ein. Die bekannteste ist die Schufa, die einen Score zwischen 0 und 100 Prozent ausgibt. Je höher der Wert, desto geringer schätzt die Auskunftei das Risiko eines Zahlungsausfalls ein. Werte oberhalb von 97 Prozent gelten als sehr gut. In den Score fließen unter anderem das bisherige Zahlungsverhalten, die Anzahl laufender Konten und Kreditverträge sowie frühere Einträge wegen geplatzter Zahlungen ein. Einmal jährlich haben Sie das Recht, eine kostenlose Selbstauskunft bei der Schufa zu beantragen – das lohnt sich vor einer geplanten Finanzierung in jedem Fall.

Wie sich die eigene Bonität verbessern lässt

Wer seine Kreditwürdigkeit vor einem Immobilienkauf stärken möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Offene Forderungen sollten vor der Kreditanfrage beglichen werden, da negative Einträge das Ergebnis deutlich drücken. Auch eine zu hohe Anzahl parallel geführter Girokonten oder ungenutzter Kreditkarten kann sich ungünstig auswirken. Pünktliche Zahlungen über einen längeren Zeitraum hinweg bauen das Vertrauen der Auskunfteien schrittweise auf. Falls Ihnen bei der Selbstauskunft fehlerhafte Einträge auffallen, haben Sie das Recht, diese bei der jeweiligen Auskunftei zu beanstanden und korrigieren zu lassen.

Bonität im Zusammenhang mit dem Kaufpreis

Die Bonität allein entscheidet nicht alles. Banken betrachten sie stets im Verhältnis zum Kaufpreis und zum eingebrachten Eigenkapital. Wer beispielsweise ein Haus im Landkreis Osterholz erwirbt und dabei mindestens 20 Prozent des Kaufpreises zuzüglich der Nebenkosten aus eigenen Mitteln mitbringt, verbessert seine Verhandlungsposition gegenüber der Bank erheblich. Zu den Nebenkosten zählt in Niedersachsen auch die Grunderwerbsteuer von 5,0 Prozent – in Bremen gilt seit dem 1. Juli 2025 ein erhöhter Satz von 5,5 Prozent. Wer auf der Suche nach einem Objekt diesseits oder jenseits der Landesgrenze ist, sollte diesen Unterschied bei der Kostenplanung im Blick behalten.

Häufige Frage: Wie lange vor einem Immobilienkauf sollte ich mich um meine Bonität kümmern?

Idealerweise beginnen Sie mindestens sechs bis zwölf Monate vor der geplanten Finanzierung. In dieser Zeit lassen sich störende Einträge bereinigen, Konten konsolidieren und das Zahlungsverhalten nachweislich stabilisieren. Banken schauen nicht nur auf den aktuellen Moment, sondern auf die Verlässlichkeit über einen längeren Zeitraum – und genau das lässt sich nicht von heute auf morgen aufbauen.

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